Neben ein paar anderen europäischen Fernradwegen führt auch der Donauradweg durch Serbien. Im mittleren Teil sind die beiden Ufer der Donau serbisch. Der im nordwesten flussaufwärts gelegene Teil stellt die Landesgrenze zu Kroatien dar, der flussabwärts gelegene östliche Teil der Donau ist gleichzeitig die Landesgrenze zu Rumänien. An den Landesgrenzen lässt sich der Donauradweg immer in jeweils beiden Ländern fahren.

Serbischer Donauradweg Teil 1: Von Bačka Palanka nach Belgrad

Vom kroatischen Iloc ging es für uns über die Donaubrücke hinein nach Serbien, in die Kleinstadt Bačka Palanka, welche auch die deutsche Bezeichnung Plankenburg trägt. Die Stadt bietet sich als Übernachtungsort an, es gibt ein paar Unterkünfte, eine kleine Markthalle und auch sonst ist einiges an Infrastruktur vorhanden.

Weiter geht es flussabwärts in Richtung Belgrad. Die Landschaft ist eher flach und weitläufig, eine Mischung zwischen kleinen Biosphären und landwirtschaftlichen Nutzflächen. Häufig führt der Weg befestigt und unbefestigt über den Deich, immer wieder auch durch kleine Dörfer.

Durchfahren wird auch die Stadt Novi Sad. Hier lohnt es sich auf jeden Fall, den über den Donaudeich verlaufenden Radweg zu verlassen und die Stadt zu erkunden. Ein idyllisches und historisches Städtchen. An der Donau lassen sich wieder einmal sehr deutlich die Spuren des Kosovo-Krieges sehen. Alte Brückenpfeiler einer 1999 durch Nato-Angriffe zerstörten Donaubrücke zwischen Novi Sad und Petrovaradin ragen immer noch aus dem Wasser. Es lässt sich hier wieder einmal deutlich sehen, dass der Frieden in Europa einfach nicht selbstverständlich ist, wenn man bedenkt, dass diese Zeit noch nicht einmal 20 Jahre her ist. Sehr imposant erscheint zudem die auf der anderen Flussseite gelegene Festung Patrovaradin.

Im Weiteren verläuft der Donauradweg über wenig befahrene Straßen in Richtung Belgrad. Kurz vor Belgrad bieten sich zwischen den Orten Batajnica und Zemun leider wenig Alternativen zu einer viel befahrenen Hauptstraße ohne Radweg. Für mich, bei beginnender Dunkelheit, leider eine sehr gefährliche Strecke.

serbischer Donauradweg Teil 2: Von Belgrad bis zum Kraftwerk “Eisernes Tor 1”

Von Belgrad aus verläuft der Donauradweg auf der nördlichen Seite in Richtung Rumänien und Bulgarien. Die ersten ca. 100 km unterscheiden sich landschaftlich kaum von der Strecke vor Belgrad. Flache, weitläufige Landschaften mit unberührt wirkenden Biosphären zwischen Deich und Donau. Ansonsten gibt es wenig Reize, alles wirkt entschleunigend. Perfekt, um seinen Rhythmus auf dem Rad zu finden.

Nach den o.g. 100 km geht die Donau auf ihrer in Flussrichtung linken Seite kurz hinter dem Ort Stara Palanka nach Rumänien über. So wie es die offizielle Route vorsieht, haben wir an dieser Stelle mit einer wunderschönen und etwas längeren Fährüberfahrt die Seite der Donau gewechselt, um noch eine Weile in Serbien zu bleiben.

Ab hier beginnt der für mich landschaftlich schönste Teil der Donau, das Eiserne Tor. Dieser Begriff bezeichnet das gesamte Durchbruchstal der Donau durch die südlichen Karpaten. Durch das Wasserkraftwerk “Eisernes Tor 1” am Ende des Durchbruchstals ist die Donau zusätzlich zu ihrer natürlichen Breite und Tiefe noch weiter aufgestaut und wirkt aufgrund des verlangsamten Wasserflusses zwischen den schroffen Felswänden eher wie ein See oder Fjord als wie ein Fluss. Eine absolut imposante Landschaft mit einer gewissen Ähnlichkeit zum nördlichen Gardasee.

Der Donauradweg verläuft im Eisernen Tor fast ausschließlich auf der einzigen Straße, welche sich zwischen Berg und Donau befindet. Da hier aber überwiegend Touristen unterwegs sind, ist der Autoverkehr relativ entschleunigt und rücksichtsvoll. Von der Topografie her, ist der Radweg hier nun nicht mehr ausschließlich flach. Er lässt sich aber auch mit viel Gepäck weiterhin gut bewältigen, wenn man sich die entsprechende Ruhe und Gelassenheit in den Aufstiegen gönnt.
Ca. 150 km nach der Fährüberfahrt von Stara Palanka nach Ram erreicht man das Wasserkraftwerk Eisernes Tor 1 mit seiner gewaltigen Staumauer. Ein sehr imposantes Bauwerk, welches wir für den Grenzübergang nach Rumänien nutzten.

Lies auch hier: Serbien, ein unterschätztes (Rad)Reiseland?

Donaufähre zwischen Stara Palanka und Ram

Donauradweg - Fahrt durch Patrovaradin

Donauradweg im Eisernen Tor

Schnapsbrennen in Serbien

Festung Patrovaradin und im Kosovokrieg zerstörte Brücke in Novi Sad

Donauradweg - Fahrt durch Patrovaradin

Donaudeich

Biospährenreservat zwischen Donaudeich und Donau

Biospährenreservat zwischen Donaudeich und Donau

Donaudeich zwischen Novi Sad und und Belgrad

Campingplatz-Abort

Campingplatz bei Raj

Fahrt über die Staumauer Eisernes Tor 1 - Grenzübergang Serbien - Rumänien

Handarbeit beim Anlegen der Donaufähre in Stara Palanka

Panoramablick auf die Donau bei Ram

Donauradweg über ruhige Straßen in Serbien

Engstelle im Eisernen Tor

Die Donau im Eisernen Tor